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Kein Unterstützung der Stadt und trotzdem ist das Molotow ist vorerst gerettet

Klubszene: Keine Unterstützung durch die Kulturbehörde

Vorerst geht der Betrieb im Molotow weiter. Foto: KayserHamburg - Das Molotow ist gerettet. Vorerst und zumindest ein Jahr lang. Eine Unterstützergruppe, die nicht genannt werden möchte, steuert einen Großteil der Summe bei, die der in finanzielle Not geratene Musikklub am Spielbudenplatz benötigt, um seinen Betrieb auch über den 31.12.2008 hinaus aufrechterhalten zu können. Das bedeutet: Auch im kommenden Jahr wird das Molotow bis zu 15 Konzerte und mehr pro Monat veranstalten und weiterhin für nationale und internationale Newcomerbands die erste Anlaufadresse in Hamburg sein, nicht selten auch der erste Spielort in der Hansestadt auf dem Weg zu einer großen Karriere.

Vor allem ein rapider Rückgang des Getränkeumsatzes um mehr als 30 Prozent seit Beginn des Jahres hatte das Molotow in eine solche finanzielle Schieflage gebracht, dass Betreiber Andi Schmidt den Mietvertrag, der sich im Juli automatisch um drei Jahre verlängert hätte, zum Jahresende gekündigt hat. Nach Rücksprache mit dem Vermieter hat er diese Kündigung jetzt zurücknehmen können, um den Betrieb wie gewohnt weiterzuführen. "Wir sind überrascht und erfreut darüber, wie viel Unterstützung wir von allen Seiten bekommen haben", sagte Andi Schmidt zum Abendblatt und erwähnte insbesondere die Initiative "Rettet das Molotow", die mit verschiedenen Aktionen, zuletzt einem Benefizkonzert von Muff Potter, unaufhörlich Geld gesammelt, vor allem aber die Diskussion über das Ende des traditionsreichsten Klubs in Gang gehalten habe. Mehr als 1500 Musikfreunde haben auf der Website der Initiative bisher eine Petition zur Rettung des Molotows unterschrieben.

Enttäuscht sind Schmidt und Molotow-Booker Mario Stresow allerdings von der Kulturbehörde. "Von dort ist null Unterstützung gekommen", so Stresow. Besonders sauer aufgestoßen ist beiden ein Kommentar von Kultursenatorin Karin von Welck in der "taz", die geäußert hat, dass zu einer lebendigen Musikszene auch gehört, dass Klubs sterben. "Wir sind eben kein kurzlebiger Klub wie zum Beispiel die Läden im Nobistor 24, die wussten, dass sie nur so lange existieren würden, bis das Haus abgerissen wird. Und wir sind auch keine Musikkneipe, sondern eine Institution, die seit 18 Jahren Kulturarbeit und Nachwuchsförderung betreibt", so Schmidt. Dennoch soll es Gespräche mit der Kulturbehörde über eine institutionelle Förderung des Molotows geben. Damit das Aus nicht im nächsten Jahr kommt.

erschienen am 27. August 2008

 

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