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153 Opfer: Spanair-Jet mit Ziel Gran Canaria beim Start in Madrid abgestürzt
Der Ferienflug JK 5022, eine Star-Alliance-Verbindung mit der Lufthansa-Nummer LH 2554, endete kurz hinter der Startbahn in Madrid in einer Katastrophe. 153 Menschen starben auf dem Flughafen Barajas in einer brennenden Maschine, die unmittelbar nach dem Start zerschellt war. 20 Insassen wurden schwer verletzt.

Ferienflug in den Tod - 4 Deutsche unter den Passagieren.

Auch sieben Lufthansa-Passagiere hatten für den Star-Alliance-Flug eingecheckt. War die Gefahr bekannt?

Der Rumpf der völlig zerstörten Maschine. Beim Start hatte der Jet der Fluglinie Spanair Feuer gefangen.  Foto: dpaMadrid - Ein Mechaniker hatte bis zuletzt versucht, ein "technisches Problem" an Bord zu beheben. Dann erhielt die voll getankte MD-82 der Spanair mit fast zwei Stunden Verspätung die Freigabe zum Start nach Gran Canaria. Doch dort kam die fast 20 Jahre alte Maschine nicht mehr an.

Der Ferienflug JK 5022, eine Star-Alliance-Verbindung mit der Lufthansa-Nummer LH 2554, endete kurz hinter der Startbahn in Madrid in einer Katastrophe. 153 Menschen starben auf dem Flughafen Barajas in einer brennenden Maschine, die unmittelbar nach dem Start zerschellt war. 20 Insassen wurden schwer verletzt.

Laut Flugplan sollte die Spanair-Maschine schon um 13 Uhr abheben. Gegen 14.45 Uhr löste sich die Maschine beim Start dann nur einige Meter vom Boden, raste über das Ende der Startbahn 36 hinaus, verschwand in einer Senke und ging in Flammen auf. Der Flughafen wurde sofort für den gesamten Verkehr gesperrt. Wenig später wurden die Starts und Landungen in eingeschränktem Umfang wieder aufgenommen.

Beide Flugschreiber wurden bereits gefunden. Experten vermuteten, das Triebwerk könne erst in Brand geraten sein, als das Flugzeug den "Point of no return" überschritten habe. Die Maschine habe möglicherweise eine solche Geschwindigkeit erreicht gehabt, dass der Pilot den Start nicht abbrechen konnte. Offen blieb, ob der Defekt, der die Verspätung verursacht hatte, auch zu dem Unglück führte. Unter den 171 Insassen der zweistrahligen Maschine waren neun Besatzungsmitglieder. Laut Passagierliste sollen auch zwei Babys an Bord gewesen sein. Die Krankenhäuser in Madrid wurden sofort nach dem Unfall aufgefordert, Betten zur Verfügung zu stellen. Einige Hospitäler entließen daraufhin Patienten mit leichteren Erkrankungen, um Platz zu schaffen. Der spanische Ministerpräsident Zapatero unterbrach seinen Urlaub und flog nach Madrid zurück.

Ein Airbus von Spanair. Allerdings geschah das Unglück mit einem anderen Maschinentyp. Die Fluggesellschaft Spanair befindet sich seit geraumer Zeit in schweren wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Die skandinavische Muttergesellschaft SAS hatte vergebens versucht, einen Käufer für das kränkelnde Unternehmen zu finden. Zurzeit ist Spanair dabei, fast ein Drittel der Beschäftigten zu entlassen und das Streckennetz zu reduzieren. Nur wenige Stunden vor dem Unglück hatten Spanair-Piloten einen Streik angekündigt.

An dem Madrider Flughafen hatte es zuletzt vor knapp 25 Jahren zwei schwere Flugzeugkatastrophen gegeben. Am 27. November 1983 war ein Jumbojet der kolumbianischen Linie Avianca beim Landeanflug abgestürzt, 181 Menschen starben. Nicht einmal zwei Wochen später prallten auf der Startbahn eine Iberia- und eine Aviaco-Maschine im Nebel zusammen. 93 Menschen kamen ums Leben.
Hotline der Spanair für Angehörige: Telefon 0034/800 400 200

Quelle: Hamburger Abendblatt (abendblatt.de)
 

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